LAWNEWS

Sozialversicherungsrecht

QR Code

Berufliche Vorsorge: Anpassung der Hinterlassenen- und Invalidenrenten an die Preisentwicklung per 01.01.2023

Verlag:
LAWMEDIA AG
Hinweis:
Alle unsere Artikel von www.law-news.ch finden Sie nun hier auf www.law.ch, der neuen Plattform für Recht, Steuern und Wirtschaft in der Schweiz.

Gestufte Rentenanpassungen

Auf den 01.01.2023 werden die Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen zweiten Säule an die Preisentwicklung angepasst.

Bei einigen Renten ist es die erste Anpassung, andere wurden zuvor schon angepasst.

Einleitung

Die Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen zweiten Säule (BVG) müssen bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters periodisch an die Erhöhung des Indexes der Konsumentenpreise angepasst werden:

  • Eine erste Anpassung dieser BVG-Renten erfolgt nach drei Jahren.
  • Die Anpassungen sind danach
    • an den Teuerungsausgleich bei der AHV gekoppelt und
    • finden in der Regel alle zwei Jahre statt.

Erstmals angepasste Renten

Der Anpassungssatz für die

  • seit 2019 laufenden Renten beträgt 3,4 %.

Die Berechnung des Satzes basiert auf

  • der Preisentwicklung zwischen September 2019 und September 2022 gemäss Index der Konsumentenpreise, nämlich:
    • Septemberindex 2019 = 101,1522 und
    • Septemberindex 2022 = 104,5831; Basis Dezember 2020 = 100).

Angesichts der gegenwärtigen Teuerung muss zudem geprüft werden,

  • ob Hinterlassenen- und Invalidenrenten, die noch nie angepasst wurden, nämlich:
    • seit 2008 und 2011 ausgerichtete Renten,
      • auf den 01.01.2023 an die Preisentwicklung angepasst werden müssen.

Der Vergleich des Indexes für September 2022 mit dem Index des Jahres der erstmaligen Rentenauszahlung ergibt folgende Anpassungssätze:

  • für die seit 2008 laufenden Renten: 2,8 %
  • für die seit 2011 laufenden Renten: 3,0 %

Anpassung infolge Erhöhung der AHV-Renten

Da im Jahr 2023 die AHV-Renten angepasst werden,

  • muss für jede Generation von Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen beruflichen Vorsorge geprüft werden,
    • wie hoch die jeweilige Anpassung per 01.01.2023 ausfällt.

Der Anpassungssatz wird berechnet,

  • indem der Index von September 2022 mit dem entsprechenden Index des Jahres der letzten Rentenanpassung verglichen wird.

Alle Hinterlassenen- und Invalidenrenten im BVG-Obligatorium werden angepasst,

  • die Anpassungssätze können in der Tabelle im Anhang (unter «Dokumente») nachgelesen werden.

Renten, die über das BVG-Obligatorium hinausgehen

Die Renten, für die das BVG keinen periodischen Teuerungsausgleich vorschreibt, werden von den Vorsorgeeinrichtungen ihren finanziellen Möglichkeiten entsprechend angepasst:

  • Das oberste Organ der Vorsorgeeinrichtung entscheidet jährlich darüber,
    • ob und in welchem Ausmass die Renten angepasst werden (BVG 36 Abs. 2).
  • Die Vorsorgeeinrichtung hat die Beschlüsse in ihrer Jahresrechnung oder in ihrem Jahresbericht zu erläutern.

Quelle

LawMedia Redaktionsteam

QR Code

Vorbehalt / Disclaimer

Diese allgemeine Information erfolgt ohne jede Gewähr und ersetzt eine Individualberatung im konkreten Einzelfall nicht. Jede Handlung, die der Leser bzw. Nutzer aufgrund der vorstehenden allgemeinen Information vornimmt, geschieht von ihm ausschliesslich in eigenem Namen, auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko.

Urheber- und Verlagsrechte

Alle in dieser Web-Information veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Gerichtsentscheide und Leitsätze, soweit sie von den Autoren oder den Redaktoren erarbeitet oder redigiert worden sind. Der Rechtschutz gilt auch gegenüber Datenbanken und ähnlichen Einrichtungen. Kein Teil dieser Web-Information darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form – sämtliche technische und digitale Verfahren – reproduziert werden.