Summary
Menschen mit hohen Einkommen sollen
- ihre Arbeitszeit nicht mehr erfassen und
- sich nicht an Arbeits- und Ruhezeiten halten müssen.
Die Limite soll bei einem Jahreslohn von CHF 120’000 angesetzt werden.
Motion Jürg Grossen
Der Nationalrat (NR) hat am MO 27.04.2026 die Motion von NR Jürg Grossen (GLP/BE) mit 129 zu 59 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen, gegen die Empfehlung des Bundesrates.
Nun hat sich der Ständerat damit zu befassen.
Ziel der Schutzmechanismen
Gemäss Begründung von NR Jürg Grossen seien die Schutzmechanismen im Arbeitsgesetz (ArG) vor allem für Angestellte mit tiefen Einkommen unerlässlich.
Wer hingegen gut qualifiziert sei und gut verdiene,
- habe mehr Autonomie und
- könne auf die Arbeitsbedingungen mehr Einfluss nehmen.
Personen mit einer solch erweiterten Funktionalität bräuchten mehr Flexibilität.
Keine Aufhebung des Arbeitnehmerschutzes, aber Arbeitsgesetz-Modernisierung
Laut NR Jürg Grossen gehe es um eine gezielte Modernisierung des Arbeitsgesetzes, nicht um die Aufhebung des Arbeitnehmerschutzes. Die Arbeitswelt habe sich verändert.
Votum von Bundespräsident Guy Parmelin
Der Bundesrat geht davon aus, dass die Unternehmen mit dem heutigen Arbeitsgesetz (ArG) genügend Spielraum für die Gestaltung der Arbeitszeiten hätten.
Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin: Flexibles Arbeiten ist damit bereits möglich.
Die entsprechenden Regelungen seien zusammen mit den Sozialpartnern erarbeitet worden.
Bundespräsident Parmelin machte zudem geltend,
- dass die generelle Aufhebung von Arbeits- und Ruhezeitregelungen
- den Gesundheitsschutz in den Betrieben untergraben würde.
Weiterführende Informationen
- Arbeitszeiterfassung
- Arbeitszeit und Zeiterfassung
- LAW.CH® Verzeichnis zur Arbeitszeiterfassung
Quelle
LawMedia Redaktionsteam