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Gratifikation

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Anspruch

Datum:
10.12.2009
Rechtsgebiet:
Stichworte:
Herausgeber:
Logo Partnerfirma
Verlag:
LAWMEDIA AG
Hinweis:
Diese Kommentierung war früher eine eigenständige Infowebsite und ist nun hier auf www.law.ch – unserer neuen Plattform für Recht, Steuern und Wirtschaft in der Schweiz zu finden.

Anspruch aus Verabredung

Auch wenn die Gratifikation grundsätzlich freiwilligen Charakters ist, wird sie zu einer einklagbaren Verpflichtung, wenn die Ausrichtung vereinbart worden ist.

Anspruch aus Usanz

Gemäss (umstrittener) bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. BGE 129 III 276) kann ein klagbarer Anspruch auf Entrichtung einer Gratifikation entstehen, wenn eine solche bisher

  • regelmässig
  • ununterbrochen
  • vorbehaltlos
  • während 3 Jahren

ausbezahlt worden ist. Es wird dann eine stillschweigende Vereinbarung angenommen.

Tipp

Will der Arbeitgeber einen klagbaren Anspruch auf Gratifikationszahlung verhindern, muss er bei jeder Entrichtung unmissverständlich auf die Freiwilligkeit der Leistung hinweisen.

Achtung

Trotz Freiwilligkeitsvermerk wird eine stillschweigende Vereinbarung einer Gratifikationszahlung angenommen, wenn

  • eine jahrzehntelange Ausrichtung erfolgte und
  • der Vorbehalt nie in Anspruch genommen wurde

und damit der Freiwilligkeitsvermerk als reine Floskel zu betrachten ist.

Haben Sie:

  • Ideen zur Optimierung?
  • Technische Probleme?

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