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Vertragsrecht

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Suspensivbedingter Aktienkaufvertrag: Auslegung + Nichterfüllungsfolgen

OR 18; OR 153

Datum:
10.03.2026
Rubrik:
Gerichtsentscheide / Rechtsprechung
Rechtsgebiet:
Vertrag / Vertragsrecht
Thema:
Suspensivbedingter Aktienkaufvertrag
Stichworte:
Aktienkauf, Aktienkaufvertrag, Auslegung, Kaufvertrag, Nichterfüllungsfolgen, Suspensivbedingter Aktienkaufvertrag, Suspensivbedingung
Erlass:
OR 18; OR 153
Entscheid:
BGer 4A_508/2024 vom 05.08.2025
Autor:
LawMedia Redaktion
Verlag:
LAWMEDIA AG

Summary

Eine Suspensivbedingung führt – bei unbeschränkter Formulierung – dazu, dass der ganze zwischen den Vertragsparteien geschlossene Vertrag bei Nichteintritt der Bedingung nicht wirksam zustande kommt.

Begründung

Ausgangslage

Die Streitparteien hatten einen Aktienkaufvertrag geschlossen,

  • deren überwiegenden Teil des Kaufpreises
    • sie an die aufschiebende Bedingung
      • der Erteilung einer Baugenehmigung knüpften.

Beurteilung

Nach den gesamten Umständen

  • war das Rechtsgeschäft dahingehend auszulegen,
    • dass die Wirksamkeit des Vertrags
      • 1. als Ganzes vom Suspensivbedingungseintritt abhing und
      • 2. nicht nur von der Fälligkeit einer Forderung bzw. einer Teilforderung;
  • hat der Ausfall der Baubewilligung
    • den Untergang des Aktienkaufvertrags im Ganzen zur Folge.

Ergebnis

Der Vertrag

  • kam gemäss BGer grundsätzlich nicht wirksam zustande und
  • bestand daher ohne weitere vertragliche Verpflichtungen unter den Parteien,
    • abgesehen von der Rückerstattungspflicht bereits bezogener Leistungen,

BGer 4A_508/2024 vom 05.08.2025

Einschlägige Gesetzesartikel

Weiterführende Informationen

Suspensivbedingter Vertrag

Auslegung Aktienkaufvertrag

Vertragsauslegung allgemein

Quelle

LawMedia Redaktionsteam

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