LAWNEWS

Ehescheidung

QR Code

Nachehelicher Unterhalt: Höhe und Dauer?

ZGB 125

Datum:
18.06.2026
Rubrik:
Gerichtsentscheide / Rechtsprechung
Rechtsgebiet:
Ehescheidung / Ehetrennung
Thema:
Nachehelicher Unterhalt: Höhe und Dauer
Stichworte:
Dauer Unterhalt, Höhe Unterhalt, Nachehelicher Unterhalt, Scheidung
Erlass:
ZGB 125
Entscheid:
BGer 5A_615/2024 vom 23.12.2025
Autor:
LawMedia Redaktion
Verlag:
LAWMEDIA AG

Einleitung

Im instruktiven Prozess-Sache des Bundesgerichtsurteils BGer 5A_615/2024 vom 23.12.2025 ging es um einen Fall des nachehelichen Unterhalts und dabei um einerseits die Höhe des Unterhalts und andererseits die Unterhaltsdauer.

Grundsatz

Zur Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen in familienrechtlichen Angelegenheiten als grundsätzlich verbindlich:

  • die Methode des Existenzminimums mit Überschussteilung.

Rückgriff auf die einstufige Methode

Der Rückgriff auf die bloss einstufige Methode ist nur in besonderen Fällen zulässig,

  • in welchen die Anwendung der zweistufigen Methode keinen Sinn ergäbe.

Keinen Sinn machen können aussergewöhnlich günstige finanzielle Verhältnisse.

Anwendung einer anderen Methode als die des Existenzminimums mit Überschussteilung

Die Anwendung einer anderen Methode als jener des Existenzminimums mit Überschussteilung

  • ist stets zu begründen.

Vermutung «günstiger finanzieller Verhältnisse»

Gemäss Rechtsprechung ist unter Umständen zu vermuten,

  • die nach der Trennung
    • durch den Eintritt der finanziellen Unabhängigkeit der Kinder
  • frei gewordenen finanziellen Mittel
    • seien von beiden Ehegatten zur Erhöhung ihres Lebensstandards verwendet worden.

Voraussetzungen

Dies ist zumindest unter folgenden Voraussetzungen der Fall:

  • lange Ehedauer (gemeinsames Zusammenleben rund dreissig Jahre),
  • keine Ersparnisbildung der Ehegatten vor der Trennung;
  • finanzielle Unabhängigkeit der Kinder in einem Zeitpunkt, der relativ nahe an demjenigen der Trennung ihrer Eltern stattfand.

Dauer

Zur Festsetzung der Dauer des Unterhaltsbeitrags

  • hatte das Gericht dem Grundsatz nach
    • sämtliche in ZGB 125 Abs. 2 nicht abschliessend aufgezählten Kriterien zu berücksichtigen;
  • stellte in casu die Mitberücksichtigung der Möglichkeit einer vorzeitigen Pensionierung des unterhaltsberechtigten Ehegatten bei der Festlegung der Dauer
    • keinen Ermessensmissbrauch dar.

BGer 5A_615/2024 vom 23.12.2025

Quelle

LawMedia Redaktionsteam

Vorbehalt / Disclaimer

Diese allgemeine Information erfolgt ohne jede Gewähr und ersetzt eine Individualberatung im konkreten Einzelfall nicht. Jede Handlung, die der Leser bzw. Nutzer aufgrund der vorstehenden allgemeinen Information vornimmt, geschieht von ihm ausschliesslich in eigenem Namen, auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko.

Urheber- und Verlagsrechte

Alle in dieser Web-Information veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Gerichtsentscheide und Leitsätze, soweit sie von den Autoren oder den Redaktoren erarbeitet oder redigiert worden sind. Der Rechtschutz gilt auch gegenüber Datenbanken und ähnlichen Einrichtungen. Kein Teil dieser Web-Information darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form – sämtliche technische und digitale Verfahren – reproduziert werden.