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Sanierungsdarlehen

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Sanierungsdarlehen als Eigenkapitalersatz

Erstellungsdatum:
17.09.2009
Aktualisiert:
24.10.2022
Herausgeber:
Logo Partnerfirma
Verlag:
LAWMEDIA AG
Hinweis:
Diese Kommentierung war früher eine eigenständige Infowebsite und ist nun hier auf www.law.ch – unserer neuen Plattform für Recht, Steuern und Wirtschaft in der Schweiz zu finden.

Begriff des sog. Eigenkapitalersatzes

Jede Gesellschafterleistung während der Gesellschafterkrise ist streng genommen Eigenkapitalersatz. In der Schweiz wird in der Lehre und nur vereinzelt in der Rechtsprechung das deutschstämmige Rechtskonstrukt des „Eigenkapitalersatzes“ angewandt. Im Schweizerischen Steuerrecht ist die Denkweise des „Kapitalersatzes“ schon länger verwurzelt.

Fehlende gesetzliche Grundlage

Die opportunistische Lehrmeinung über den „Kapitalersatz“ findet ihre Grundlage u.E. einzig in der Rechtsvergleichung deutschen Rechts.

Leistungen mit kapitalersetzender Wirkung

Der Darlehensgewährung in der Unternehmenskrise stehen, so zumindest die deutsche Kasuistik gleich:

  • stehen gelassene Gesellschafterdarlehen
  • Darlehensabsicherungen
  • Forderungsstundungen
  • Fälligkeitsvereinbarungen
  • Sale and lease back
  • Eigenkapitalersetzende Gebrauchsüberlassungen

Fällige Darlehen nicht stehen lassen!

Der Gesellschafter hat sein fälliges Darlehen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, so auch mit rechtlichen Schritten, einzutreiben. Lässt er das Darlehen „stehen“, kann es ebenfalls in Eigenkapital umgedeutet bzw. ein konkludenter Rangrücktritt angenommen werden.

» Stehen gelassene Darlehen

Personenkreis

Die Umqualifikation in Kapitalersatz fokussiert natürlich auf den Gesellschafter.

Als Gesellschaftern gleichgestellt gelten (nach deutscher Kasuistik):

  • Treuhänder
  • Nutzniesser
  • Pfandgläubiger
  • Unterbeteiligte
  • Stille Gesellschafter
  • Familienangehörige
  • Indirekte Stellvertretung
  • Verbundene Unternehmen.

Stossende Folgen des Kapitalersatzes

Die Annahme des Kapitalersatzes zeitigt unverhältnismässige Konsequenzen:

  • für den Darlehensgeber:
    • Eintritt einer unbefristeten Eigenkapitalwirkung, auch für den Besserungsfall der schuldnerischen Unternehmung
    • buchführungspflichtige Darlehensgeber müssen das Darlehen auf einen Erinnerungsfranken abschreiben
    • buchführungspflichtige Darlehensgeber wissen nicht, wie sie im Besserungsfall den Kapitalersatz aufwerten können/sollen, da der Kapitalersatz ja unbefristet ist und mangels Aktienausgabe doch nicht als Eigenkapital verbucht werden kann
  • für die Gesellschaft:
    • ohne formale Berichtigung in der Bilanz besteht Fremdkapital mit Eigenkapital-Qualität
    • eine Rückzahlung im Besserungsfall kann u.E. nur über eine Ausschüttung oder über eine Kapitalherabsetzung erfolgen.

Konkludenter Rangrücktritt als Lösung

Der sog. konkludente Rangrücktritt (Nachrangigkeit) wird dem Korrektur-Sinn und -Zweck besser gerecht und stuft den geltend gebenden Gesellschafter auch nicht auf die Stufe zB anderer Aktionäre zurück, die kein Kapital mehr in die Gesellschaft einschossen. – Der finanzierende Gesellschafter soll zwar schlechter gestellt werden als die Drittgläubiger, aber vor untätigen Mitaktionären befriedigt werden.

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