LAWINFO

Verlagsvertrag

QR Code

Fachzeitschriften

Erstellungsdatum:
23.01.2018
Aktualisiert:
18.10.2022
Rechtsgebiet:
Herausgeber:
Logo Partnerfirma
Verlag:
LAWMEDIA AG
Hinweis:
Diese Kommentierung war früher eine eigenständige Infowebsite und ist nun hier auf www.law.ch – unserer neuen Plattform für Recht, Steuern und Wirtschaft in der Schweiz zu finden.

Bei den Fachzeitschriften-Publikationen stellen in der Regel die Autoren ihre Beiträge der Redaktion zu, die dann über deren Veröffentlichung entscheidet:

Definition

  • Fachzeitschrift   =   regelmäßig erscheinende Zeitschrift, die sich mit einem bestimmten Fachgebiet befasst und sich meistens an berufsmäßig interessierte Leser wendet

Grundlage

  • OR 380 ff.

Abgrenzungen

  • Zielgruppe
    • professionelle und fachliche Orientierung (im Gegensatz zur sog. Special-Interest-Zeitschrift, die infolge ihrer private Motivation bzw. privaten Interessen als Publikumszeitschrift gilt)
  • Konzept
    • homogene Konzeption
  • Thematas
    • fachlich geprägte (Spezial-)Themen
  • weitere Gliederungskriterien, d.h. Gliederung nach
    • in wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Titel
    • nach ihrer Orientierung auf bestimmte
    • nach Aufmachung und Gestaltung
    • nach Finanzierung
    • nach Vertriebskanälen
      • Abonnement
      • Mitgliederzeitschrift
      • Verbandszeitschrift
      • Buchhandel
      • Versand
      • Mischformen

Gegenstand

  • Hauptrecht
  • Nebenrechte
    • Sofern und soweit für wissenschaftliche Publikationen relevant, gelten auch die Ausführungen zu den Nebenrechten
    • Abtretung der elektronischen Rechte (Online-Verwertung) wegen grösserer Reichweite auch für den Autoren vorteilhaft
      • Ausdrückliche Regelung empfehlenswert
    • Vgl. Kein geschlossener Vertragstypus

Anwendbare Normen

  • Anwendung der Normen zum klassischen Verlagsvertrag

„Vertrag“

  • Weiterverwendungsrecht nach OR 382 Abs. 3
    • Grundsatz (dispositives Recht)
    • Ausnahme (anderslautende Parteiabrede)
      • Im Falle des Abschlusses eines Autorenvertrages wird der Verleger im Verlagsvertrag verlangen:
        • Eine Wegbedingung des Weiterverwendungsrechtes nach OR 383 Abs. 2
        • Die unbefristete Übertragung des Hauptrechtes
      • Will der Autor nicht auf seine Rechte nach OR 382 Abs. 3 verzichten, bietet sich oft folgende vermittelnde Lösung an:
        • Autor hat den Verlag bei einer anderweitigen Artikelverwendung (nach 3 Monaten) den Verlag vorgängig zu orientieren und in der Zweit- bzw. Folgepublikation die Quelle der Erstveröffentlichung zu bezeichnen
  • Online-Verwertung
    • Lizenzierung der elektronischen Rechte
      • nicht ausschliesslich
      • auf bestimmte Dauer begrenzt ausschliesslich
    • Eigenverwendungsvorbehalt
      • Veröffentlichung auf eigener Homepage
      • Veröffentlichung auf der Instituts-Homepage
  • Beachtung der Verwertungsgesellschaften-Tätigkeit bei der Vertragsredaktion
    • Allgemein
      • Interessenwahrung durch sog. Verwertungsgesellschaften für den Verlagsbereich
      • Vermeidung einer Doppelabtretung, einmal an den Zeitschriftenverlag und einmal an die Verwertungsgesellschaft (aufgrund Autorenmitgliedschaft)
    • Fotokopierentschädigung
      • Bei Zeitschriftenaufsätzen hoher Stellenwert des Reprographierechts
      • Autor sollte so oder anders Anspruch auf Lizenzgebühren wahren
  • Recht auf die Publikation von Abstracts im Print- und Online-Bereich
    • Heute ist es für den Verleger wesentlich, mit Zusammenfassungen (sog. „Abstracts“) auf die hauseigenen Publikationen aufmerksam machen zu können, weshalb eine entsprechende Rechtseinräumung opportun ist
  • Nachdruck durch Reprintverlage bei vergriffenen Zeitschriftenjahrgängen
    • Verleger sollte das Recht auf eine solche „Nachdruckmöglichkeit“ eingeräumt werden
  • Gewährleistung und Reviewing
    • Gewisse Verlage nutzten bereits das im wissenschaftlichen Bereich (Dissertationen, Habilitationsschriften etc.) angewandte Reviewing-System um die Publikation von Plagiaten zu verhindern
  • Honorar
    • Entschädigung nach Seitenzahl oder
    • Pauschalentschädigung
  • Weitere Detailinformationen

Besonderes

  • Redaktionsrichtlinien
    • Der Abschluss eines für Zeitschriftenbeiträge spezifischen Verlagsvertrages für jeden einzelnen Aufsatz bzw. Beitrag wäre überaus aufwändig und unverhältnismässig
    • Einzelne Verlage führen in ihren Redaktionsrichtlinien einschlägige Bestimmungen, die von beiden Parteien anerkannt werden können

Weiterführende Literatur

  • HOCHREUTENER INGE, Urhebervertragsrecht im Verlagsbereich, in: Urhebervertragsrecht, Streuli-Youssef Magda (Hrsg.), S. 105 + 112 f.

Weiterführende Informationen

Vorbehalt / Disclaimer

Diese allgemeine Information erfolgt ohne jede Gewähr und ersetzt eine Individualberatung im konkreten Einzelfall nicht. Jede Handlung, die der Leser bzw. Nutzer aufgrund der vorstehenden allgemeinen Information vornimmt, geschieht von ihm ausschliesslich in eigenem Namen, auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko.

Urheber- und Verlagsrechte

Alle in dieser Web-Information veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch für die veröffentlichten Gerichtsentscheide und Leitsätze, soweit sie von den Autoren oder den Redaktoren erarbeitet oder redigiert worden sind. Der Rechtschutz gilt auch gegenüber Datenbanken und ähnlichen Einrichtungen. Kein Teil dieser Web-Information darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form – sämtliche technische und digitale Verfahren – reproduziert werden.