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Bauland

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Zugänglichkeit

Erstellungsdatum:
18.09.2015
Aktualisiert:
01.11.2022
Thema:
Stichworte:
Herausgeber:
Logo Partnerfirma
Verlag:
LAWMEDIA AG
Hinweis:
Diese Kommentierung war früher eine eigenständige Infowebsite und ist nun hier auf www.law.ch – unserer neuen Plattform für Recht, Steuern und Wirtschaft in der Schweiz zu finden.

Eine weitere Voraussetzung für das Vorliegen einer Baureife ist die Zugänglichkeit. Damit ein Grundstück als zugänglich und erschlossen gilt, haben folgende Voraussetzungen gegeben zu sein:

Zugänge und Zufahrten

  • Die Elemente der Zugänge und Zufahrten sind:
    • Gehwege
    • (verkehrssichere) Zufahrten für Fahrzeuge
    • Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr
  • Zugang zur Haustür
    • Die Zugänge innerhalb des Baugrundstücks fällt nicht unter diese Zugangsvoraussetzung
  • Achtung: ungenügende Groberschliessung als Baureifemangel
    • Hinreichend ausgebautes Strassennetz (Groberschliessung)

Erreichbarkeit

  • Distanz zum geplanten Bauobjekt
    • Obliegenheit, die Zugänge möglichst nahe an die Gebäude hinzuführen
    • Beachtung der Notzugänglichkeit (Feuerwehr, Rettung, Polizei usw.)
  • Bauobjekt mit Abstellplätzen
    • Differenzierte Betrachtung je nach Grösse und Zweck des Bauvorhabens
  • Weiterführende Strassen
    • Weiterführende öffentliche Strassen haben insgesamt für die an der Strasse vorgesehenen Nutzung zu genügen, andernfalls das Baugesuch abzulehnen ist
  • Notzufahrt
    • Für den Fall, dass ab der Feinerschliessung eine ungenügende Notzugänglichkeit besteht, muss diese individuell hergestellt werden (> 3 Meter Notwegbreite und > 16 to Notwegtragfähigkeit)
      • Meistens bestehen gewisse Parameter für die Pflicht zur Erstellung einer individuellen Wegstrecke (ZH: allgemein: > 80 Meter Bautenlänge; bei höheren Gebäuden (> 13 m) resp. bei Gebäuden mit starker Personenbelegung > 40 Meter Bautenlänge)

Technische Anforderungen

  • Zweck
    • Ein auf dem Bauland geplantes Bauprojekt hat zu erfüllen
      • Erfüllung PBG-Bestimmungen
      • Verkehrssicherheit
      • Gestaltung
      • Normalien-Anforderungen
  • Zugangsarten
    • Zufahrtstypen (Zufahrtswege, Zufahrtsstrassen, Erschliessungsstrassen, Sammelstrassen)
      • je nach der erforderlichen Erschliessungsleistung
    • Verkehrssicherheit
  • Wohneinheiten
    • Abstrakte Beurteilung des potentiellen Verkehrsaufkommens
    • Wohnungsanzahl als massgebliches Kriterium
  • Kehrplatz?
    • Kehrmöglichkeit bei Stichstrassen

Anforderungen bei Grossüberbauungen

  • Bei Grossüberbauungen ist je Nutzungsart auf die besonderen Anforderungen im Strassenverkehr oder an die Güterverkehrsanforderungen (zB Gleisanschluss) zu achten

öV-Erreichbarkeit

  • Für grössere Überbauungen ist die Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehrsmittel zu gewährleisten, wobei der einzelne Baulandeigentümer – trotz des zwingenden Charakters solcher Normen – in der Regel keinen diesbezüglichen Erschliessungsanspruch hat

rechtliche gesicherte Erschliessung

  • Erschliessung mittels privatrechtlicher Regelung
    • Der Bauherr hat den Nachweis der Benützungsrechte (zB Fuss- und Fahrwegrechts-Dienstbarkeit) zu erbringen; die privatrechtliche Erschliessung wird meistens noch im Grundbuch angemerkt
  • Gemeingebrauch-Widmung
    • Dem Bauherrn steht auch die Möglichkeit zu, seine Erschliessungsanlagen (Strasse + Kehrplatz) dem Gemeinwesen abzutreten
  • Erschliessung über Flurweg
    • Die Nutzung des Flurweges als Erschliessung zum Bauobjekt bedarf der Zustimmung der Mehrheit der Flurwegbeteiligten oder der Genossenschaft
    • Nicht mehr der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung dienende Flurwege sind aufzuheben und meist mit Komplikationen verbunden, was der Bauwillige zu bedenken hat

Weiterführende Informationen

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