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Exkurs: Crowdsourcing (virtuelle Arbeit)

Herausgeber:
Logo Partnerfirma
Verlag:
LAWMEDIA AG
Hinweis:
Diese Kommentierung war früher eine eigenständige Infowebsite und ist nun hier auf www.law.ch – unserer neuen Plattform für Recht, Steuern und Wirtschaft in der Schweiz zu finden.

Crowdsourcing-Plattformen gewannen in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung:

  • Begriff
    • Crowdsourcing-Plattformen (auch: Projektbörsen   =   Plattformen vermitteln ihren Auftraggebern Crowdworker für die Erledigung virtueller Arbeiten
  • Abgrenzungen
  • Verbreitung
    • Zunehmender Bedeutungsgewinn
  • Bedeutung
    • Konzerne haben durch Crowdsourcing Gelegenheit, ihre Stammbelegschaften zu reduzieren und entlassene Mitarbeiter im Crowdsourcing-Modell / Status in Subunternehmen auszugliedern
    • Dadurch können die Unternehmen einsparen:
      • Büromieten
      • Sozialversicherungsbeiträge und Sozialversicherungsleistungen
      • etc.
  • Elemente
    • Vermittlungsauftrag des Auftraggebers an die Crowdsourcing-Plattform
    • Kein Vertragsverhältnis zwischen Auftraggeber und Crowdworker; allenfalls folgt dem erfolgreichen Auswahlentscheid eine direkte Abrede zwischen dem Auftraggeber und dem siegreichen Crowdworker
  • Parteien / Zugänglichkeit
    • Platform
      • Als Vermittler zwischen Auftraggeber und Crowdworker
    • Auftraggeber
      • Als Auftraggeber des Vermittlers
    • Crowdworker
      • Teilnehmer
        • Alle interessierten, gleichgültig, ob Selbstständigerwerbende, Consultants, Studenten, Teilzeitarbeiter oder Pensionäre
      • Verhältnis
        • Der Crowdworker wird als Selbständigerwerbender wahrgenommen, weshalb auf keinen Arbeitsvertrag geschlossen wird und folgende arbeitsrechtliche Bestimmungen per se nicht anwendbar sind:
          • Mindestlöhne
          • Ferien
          • Lohnfortzahlungen bei Krankheit oder Unfall
          • etc.
        • Zwischen dem Crowdworker und der Vermittler-Plattform entsteht
          • keine wirtschaftliche Abhängigkeit
          • kein Subordinationsverhältnis
          • daher kein Arbeitsverhältnis
  • Rechtliche Einordnung
    • Allgemein
      • In der Schweiz ist das Crowdsourcing rechtlich nicht geregelt
    • Verhältnis Plattform zu Auftraggeber
      • Rechtsgrundlagen
        • Bei Crowdsourcing-Plattformen bilden regelmässig die Rechtsgrundlagen:
          • Primär: die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)
          • Sekundär: die gesetzlichen Bestimmungen
      • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
        • Die AGBs definieren in der Regel:
          • das anwendbare Recht
          • den Gerichtsstand (meistens am Sitz der Plattform-Unternehmens
        • Entschädigung der Crowdworker
          • Die Entlohnung der Crowdworkers richtet sich dabei nach Angebot und Nachfrage, wobei besondere Fähigkeiten höher entlohnt werden
          • Das ist für den Aufgabensteller besonders interessant, da er aus einer Vielzahl von Lösungen auswählen kann
        • Entschädigung
          • Zahlungspflicht
            • Zahlungen erfolgen in der Regel
              • nur an den Ausgewählten
              • allenfalls noch an den Zweitplatzierten
              • Die anderen Teilnehmer haben eine Arbeitsleistung umsonst erbracht
          • Tilgungsart
            • Belohnung nicht in Form von Geld ausbezahlt, sondern als Sachprämien oder Bonuspunkte
        • Urheberrechte
          • Entweder enthält die 1) Plattform-AGB regeln oder in einer 2) separaten Vereinbarung sind Rechte und Pflichten zu klären, namentlich wem die Urheber- respektive auch die Eigentumsrechte an den Arbeitsergebnissen zustehen
          • Diese Rechte gehen nicht automatisch an den Auftraggeber über; hiefür wäre eine 3) Zession erforderlich:
        • Mitbestimmungsrecht
          • Unklar ist, ob Crowdworker ein Mitbestimmungsrecht besitzen
          • Ein Mitbestimmungsrecht dürfte sich nach dem von der Plattform aufgesetzten Regelwerk bestimmen
    • Verhältnis Auftraggeber zu Crowdworker
      • Allgemeine Bestimmungen (AGB) und / oder eine individuelle Vereinbarung
    • Verhältnis Plattform zu Crowdworker
      • In der Regel besteht kein Rechtsverhältnis
      • Oft wird das Verhältnis über einen Disclaimer noch geklärt, damit keine stillschweigend zustande gekommen Ansprüche geltend gemacht werden können

Haben Sie:

  • Ideen zur Optimierung?
  • Technische Probleme?

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